Mo–Fr 07:00–17:30 · Sa 07:00–12:00Mo–Fr 7–17:30 · Sa 7–12 Baumgartenweg 3, 8134 Adliswil Störung melden infrahaustechnik@gmail.com

Ratgeber Heizung

Heizsysteme im Vergleich: Wärmepumpe, Fernwärme, Öl- und Gasheizung

Welche Heizung passt zu Ihrem Haus? Ein neutraler Überblick über Investition, Betriebskosten, CO₂, Preisabhängigkeit, Platzbedarf, Wartung, Vorschriften und Förderbeiträge – mit Quellen von EnergieSchweiz und den Kantonen.

Heizungsraum mit Speicher – Heizsysteme im Vergleich: Wärmepumpe, Fernwärme, Ölheizung und Gasheizung

Foto: eigene Installation

Fernwärme oder Wärmepumpe? Zuerst klären, was am Standort möglich ist

Nicht jedes System ist überall verfügbar: Fernwärme gibt es nur dort, wo ein Wärmenetz besteht oder geplant ist – fragen Sie beim lokalen Energieversorger nach oder schauen Sie in die kommunale Energieplanung. Eine Erdsonde braucht eine Bohrbewilligung, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe einen Lärmschutznachweis. Eine Gasheizung setzt ein Gasnetz voraus; in Basel-Stadt wird das Gasnetz schrittweise stillgelegt.

Beim Ersatz einer Öl- oder Gasheizung gelten zudem kantonale Vorgaben für erneuerbare Wärme. Für eine erste Einschätzung bietet EnergieSchweiz die Impulsberatung «erneuerbar heizen» an – kostenlos, wenn die bestehende Heizung älter als zehn Jahre ist und als Hauptheizung dient.

Vor- und Nachteile der Heizsysteme

Qualitativer Vergleich für bestehende Wohngebäude. Die konkrete Eignung hängt vom Gebäude und vom Standort ab.

Quellen: EnergieSchweiz, Kantone Zürich, Basel-Stadt und Basel-Landschaft (siehe unten).
KriteriumWärmepumpe (Luft-Wasser / Erdsonde)FernwärmeÖl- oder Gasheizung
Investitionhöher, Erdsonde am höchstenAnschluss meist tiefer als Wärmepumpeam tiefsten
Energiekostentief dank UmweltwärmeTarif des Versorgersabhängig von Öl- und Gaspreis
CO₂ im Betriebkeine Verbrennung vor Ort; abhängig vom Strommixabhängig von den Energiequellen des Netzesfossiles CO₂
PreisabhängigkeitStrompreisTarif des Wärmenetzesinternationale Energiemärkte
Verfügbarkeitfast überall; Erdsonde nur wo Bohrungen erlaubtnur im Versorgungsgebiet eines WärmenetzesGas nur mit Gasnetz
PlatzbedarfAussen- oder Innengerät, Speicherkleine Übergabestation, kein TankKessel, Kamin, bei Öl Tankraum
Wartunggering; periodische Kontrollegering, Netz durch den VersorgerBrennerservice, Kaminfeger, Feuerungskontrolle
Vorschriften beim Ersatzerfüllt die kantonalen Anforderungenerfüllt sie, wenn das Netz überwiegend erneuerbar bzw. mit Abwärme betrieben wird (Zürich: mind. 70 %)nur mit Zusatzmassnahmen oder Ausnahme, je nach Kanton
Förderbeiträgeja, kantonal (Gebäudeprogramm)teils, je nach Kanton und Netzkeine

Kostenbeispiel über 20 Jahre (EnergieSchweiz)

Beispiel von EnergieSchweiz, keine Offerte: Einfamilienhaus in einer Berner Gemeinde, bisher rund 2 400 Liter Heizöl pro Jahr, Lebensdauer 20 Jahre, Zins 1,75 %, ohne Steuerabzüge. Berechnet mit dem Heizkostenrechner von EnergieSchweiz; starke Vereinfachungen.

Gesamtkosten inkl. Betrieb und Unterhalt, nach angenommenen Förderbeiträgen. Bei der Ölheizung sind die Kosten für den gesetzlich verlangten erneuerbaren Anteil nicht enthalten. Eine Gasheizung ist im Beispiel nicht aufgeführt. Quelle: EnergieSchweiz, «Heizungsersatz: Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen».
SystemAnschaffung (vor Förderung)Energiekosten pro JahrGesamtkosten 20 Jahre
Luft-Wasser-WärmepumpeCHF 42 000CHF 1 895CHF 79 908
Erdsonden-WärmepumpeCHF 60 000CHF 1 516CHF 88 726
Fernwärme-AnschlussCHF 25 000CHF 3 266CHF 94 818
ÖlheizungCHF 23 000CHF 3 120CHF 96 409

Öl- und Gasheizung ersetzen: Was die Kantone verlangen

Zürich: erneuerbar, wenn technisch möglich und über den Lebenszyklus höchstens 5 % teurer; sonst fossil mit 10 % Einsparung oder erneuerbarem Anteil. Basel-Stadt: erneuerbar, sofern technisch möglich und ohne Mehrkosten. Basel-Landschaft: seit 2026 grundsätzlich keine neuen fossilen Heizsysteme, Ausnahmen mit Gesuch.

Aargau: fossil nur mit Kostennachweis und höchstens 90 % nicht erneuerbar. Luzern: höchstens 90 % nicht erneuerbar. Zug: mindestens 20 % erneuerbar oder entsprechende Effizienzsteigerung.

Details und Quellen pro Kanton: Öl- und Gasheizung ersetzen. Förderung: Förderbeiträge Wärmepumpe.

Gibt es Fernwärme an Ihrer Adresse?

Fragen Sie Ihren Energieversorger oder die Gemeinde nach dem Versorgungsgebiet und dem geplanten Ausbau. In Basel-Stadt zeigt die interaktive Wärmekarte der IWB den Fernwärmeausbau und die Gasnetzstilllegung; der kantonale Teilrichtplan Energie zeigt, welche Energieträger wo bevorzugt werden. Ist ein Wärmenetz geplant, aber noch nicht verfügbar, sehen manche Kantone Übergangslösungen vor (z. B. Basel-Landschaft mit Vorvertrag und Ausnahmegesuch).

Ist kein Netz in Sicht, ist die Wärmepumpe in vielen Häusern die naheliegende Lösung – mehr dazu im Ratgeber Luft-Wasser-Wärmepumpe.

Häufige Fragen

Was ist günstiger: Fernwärme oder Wärmepumpe?

Im Beispiel von EnergieSchweiz war der Fernwärme-Anschluss in der Anschaffung günstiger, über 20 Jahre aber teurer als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Massgebend sind die Tarife Ihres Wärmenetzes und die Situation vor Ort.

Darf ich meine Gasheizung wieder durch eine Gasheizung ersetzen?

Je nach Kanton nur mit Zusatzmassnahmen (z. B. Standardlösung oder Biogas) oder mit einer Ausnahme. In Basel-Landschaft sind neue fossile Heizsysteme seit 2026 grundsätzlich nicht mehr zulässig.

Welche Heizung hat die tiefsten Betriebskosten?

Im Beispiel von EnergieSchweiz hatte die Erdsonden-Wärmepumpe die tiefsten Energiekosten pro Jahr, gefolgt von der Luft-Wasser-Wärmepumpe.

Woher weiss ich, ob Fernwärme verfügbar ist?

Beim lokalen Energieversorger oder in der kommunalen Energieplanung nachfragen; in Basel-Stadt über die Wärmekarte der IWB.

Gibt es Förderbeiträge für Fernwärme?

Teilweise – das hängt vom Kanton und vom Netz ab. Wärmepumpen werden in allen sechs Kantonen unseres Einsatzgebiets gefördert.

Welches Heizsystem passt zu Ihrem Haus?

Wir besichtigen Ihre Heizung, zeigen Varianten und Kosten und helfen beim Fördergesuch.