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Richtig lüften im Winter

Richtig lüften im Winter

Stosslüften statt Kippfenster, die richtige Luftfeuchtigkeit und genügend heizen: So bleibt die Luft im Winter frisch und Schimmel hat keine Chance – nach den Empfehlungen des BAG.

Richtig lüften im Winter: Foto eines ganz geöffneten Fensters im Winter (richtig) und eines gekippten Fensters mit beschlagener Scheibe (falsch) – 3-mal täglich mindestens 5 Minuten, relative Luftfeuchte 30–50 %

Symbolbild

Warum gerade im Winter richtig lüften?

Beim Atmen, Kochen, Duschen und Waschen entsteht Wasserdampf: In einem Vierpersonenhaushalt sind es laut BAG durchschnittlich ungefähr 7.5 Liter pro Tag, bei hohem Verbrauch bis zu 12 Liter. Diese Feuchtigkeit muss durch Lüften wieder hinaus – im Winter geht das besonders leicht, weil kalte Aussenluft wenig Wasser enthält.

Wer zu wenig lüftet, riskiert Feuchtigkeit an kühlen Wänden und Fenstern und damit Schimmel. Wer falsch lüftet, etwa mit dauernd gekippten Fenstern, verliert viel Heizenergie und kühlt die Wände aus. Auf dieser Seite fassen wir die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) und von EnergieSchweiz zusammen.

Stand Oktober 2026. Die Empfehlungen gelten für Wohnungen mit Fensterlüftung, sofern nicht anders angegeben.

Hygienischer Luftwechsel: Warum Lüften nötig ist

Beim Lüften werden nicht nur Feuchtigkeit und Gerüche abgeführt, sondern auch Stoffe, die Menschen beim Atmen abgeben, und Substanzen aus Einrichtung und Bauprodukten. Gemäss BAG vermindert das Abführen der Feuchtigkeit das Risiko für Milben, Feuchtigkeitsprobleme und Schimmel.

Besonders wichtig ist regelmässiges Lüften in neuen oder sanierten Gebäuden mit dichter Gebäudehülle und dichten Fenstern: Dort findet kaum noch ein Luftaustausch von selbst statt. Nach Neubau oder Sanierung sollte in den ersten Wochen vermehrt gelüftet werden.

Die Nase merkt nicht zuverlässig, wann gelüftet werden muss. Das BAG empfiehlt deshalb, nach einem festen Zeitschema zu lüften – oder ein CO₂-Messgerät zu nutzen.

Stosslüften

Wie oft und wie lange lüften bei Kälte?

Fenster ganz öffnen, möglichst mit Durchzug – dann wird die Luft rasch ausgetauscht, ohne dass Wände und Böden auskühlen.

Quellen: BAG «Korrektes Lüften und Heizen», BAG-Faktenblatt «Richtig Lüften», BAG «Vorsicht Schimmel», EnergieSchweiz «Besser wohnen»
SituationEmpfehlung
Ganze WohnungMorgens, mittags und vor dem Zubettgehen alle Fenster vollständig öffnen, wenn immer möglich mit Durchzug. Wer tagsüber arbeitet: morgens, beim Heimkommen und vor dem Zubettgehen.
Dauer in der HeizperiodeMindestens 5 Minuten. An sehr kalten Tagen, bei Wind oder beim Querlüften mindestens 3 Minuten. Je kälter es draussen ist, desto kürzer kann gelüftet werden.
Homeoffice, WohnzimmerRäume, die lange oder von mehreren Personen genutzt werden, auch zwischendurch lüften.
Kochen, Duschen, BadenDunstabzug oder Abluftventilator einschalten. Ohne Abluftventilator während oder unmittelbar nach dem Duschen oder Kochen lüften und die Feuchtigkeit nicht in andere Räume lassen.
Schlafzimmer in der NachtFenster nachts nicht offen oder gekippt lassen. Vor dem Zubettgehen die ganze Wohnung durchlüften; bleibt die Schlafzimmertür mindestens 10 cm offen, hält sich die Luftqualität bis zum Morgen besser.
Beschlagene FensterImmer ein Hinweis auf zu hohe Feuchtigkeit: sofort lüften.
Wohnung mit LüftungsanlageZusätzliches Fensterlüften ist nicht nötig. Ist es im Winter zu feucht, den Regler eine Stufe höher stellen, ist die Luft zu trocken, eine Stufe zurück.
Infografik «Richtig lüften im Winter»: 1. Stosslüften mit Durchzug morgens, mittags und vor dem Zubettgehen, 2. mindestens 5 Minuten, an sehr kalten Tagen, bei Wind oder Querlüften mindestens 3 Minuten, 3. Kippfenster im Winter geschlossen halten, 4. Luftfeuchte 30–50 %, an sehr kalten Tagen höchstens 40 %, 5. Möbel mindestens 10 cm von der Aussenwand, 6. keine Wäsche in Wohnräumen trocknen. Warnzeichen: beschlagene Fenster, Schimmelgeruch, dunkle Flecken in Ecken und hinter Möbeln

Warum Kipplüften im Winter schadet

Ein dauernd gekipptes Fenster tauscht die Luft nur langsam aus, lässt aber laufend Wärme entweichen. Gemäss BAG kühlen dabei Wände und Böden in Fensternähe aus – genau dort steigt das Risiko, dass sich Feuchtigkeit niederschlägt und Schimmel wächst. Die ausgekühlten Bauteile müssen danach mit zusätzlicher Energie wieder aufgewärmt werden.

Das BAG empfiehlt deshalb, die Fenster in der kühleren Jahreszeit nicht in Kippstellung zu lassen und stattdessen regelmässig stosszulüften. Das gilt auch für das Schlafzimmer in der Nacht.

Luftfeuchtigkeit

Welche Luftfeuchtigkeit in der Heizperiode?

Ein einfaches Hygrometer zeigt die relative Luftfeuchtigkeit. Die Piktogramme auf manchen Geräten sind laut BAG oft irreführend – halten Sie sich an die Zahlen.

Quelle: BAG «Vorsicht Schimmel», Empfehlungen zur Raumfeuchtigkeit
Relative LuftfeuchtigkeitBedeutung gemäss BAG
30 bis 50 %Faustregel des BAG für Wohnräume. In der Heizperiode sollte die Luftfeuchtigkeit 50 % nicht übersteigen.
Höchstens 40 % an sehr kalten TagenAn sehr kalten Wintertagen können bei über 40 % in vielen Gebäuden an ausgekühlten Bauteilen Feuchtigkeitsprobleme auftreten.
Über 50 %Fördert Milben und in höheren Feuchtigkeitsbereichen Schimmel. In schlecht gedämmten Altbauten kann schon ungefähr 50 % im Herbst und Winter zu Kondensation führen.
Längere Zeit unter 30 %Für viele Menschen unproblematisch. Empfindliche Personen können unter Trockenheit, Reizungen, Bindehautentzündungen oder Hautekzemen leiden.

Kalte Luft kann weniger Wasser aufnehmen als warme: 30 Grad warme Luft nimmt bis zu 30.3 Gramm Wasser pro Kubikmeter auf, 10 Grad kühle Luft nur 9.4 Gramm. Kühlt feuchte Raumluft an einer kalten Wand oder am Fenster ab, schlägt sich das überschüssige Wasser dort als Kondenswasser nieder.

Luftbefeuchter: In einer Wohnung mit Feuchtigkeitsproblemen grundsätzlich nicht befeuchten. Luftbefeuchter sollten laut BAG nur während einer Kälteperiode zum Einsatz kommen, mit Hygrometer überwacht und gezielt auf höchstens 40 % eingestellt.

Heizen und Lüften gehören zusammen

  • Rechtzeitig heizen: Beginnt die Heizperiode zu spät, kühlen die Aussenwände aus und das Risiko für Feuchtigkeit und Schimmel steigt.
  • Keine Räume ganz unbeheizt lassen: Ausnahme sind Keller und Estrich, die als Kalträume gebaut sind.
  • Schlecht gedämmte Gebäude: Heizbeginn nicht hinauszögern und die Raumtemperatur um 20 °C einstellen.
  • Gut gedämmte Gebäude: Ein Absenken im Schlafzimmer auf 18 °C ist unproblematisch. Sehr tiefe Temperaturen unter 18 °C können vor allem bei offener Zimmertür zu Kondensation an kühleren Wänden führen.
  • Türen zu kühleren Räumen schliessen: So gelangt keine warme, feuchte Luft in schwächer beheizte Räume.
  • Nicht überheizen: Das BAG empfiehlt in der Heizperiode 20 bis höchstens 22 °C. Pro Grad weniger lassen sich rund 6 bis 10 % Heizenergie sparen.

Als Faustregel gilt: An Fenstern und kühlen Wänden sollte sich keine Feuchtigkeit niederschlagen.

Alltag

Möbel, Wäsche und andere Feuchtequellen

Kleine Gewohnheiten machen im Winter viel aus.

  • Abstand zur Aussenwand

    Zwischen Möbeln und Aussenwänden mindestens 10 cm Abstand lassen (BAG), EnergieSchweiz empfiehlt 10 bis 15 cm. Grosse Möbel wie Schränke und Wohnwände besser nicht an kühle Aussenwände oder in Aussenwandecken stellen.

  • Wäsche trocknen

    Keine Wäsche in den Wohnräumen trocknen. Nutzen Sie den Trocknungsraum. Nasse Wäsche gibt ihre Feuchtigkeit an die Raumluft ab.

  • Pflanzen und Aquarien

    Viele Zimmerpflanzen und offene Aquarien geben Feuchtigkeit ab. Ist es zu feucht, hilft es, einige Pflanzen zu entfernen.

  • Verschüttetes rasch aufwischen

    Verschüttete Flüssigkeiten rasch und vollständig mit einem saugfähigen Lappen auftrocknen.

Schimmel vorbeugen: Warnzeichen erkennen

Gemäss BAG sind besonders Häuser gefährdet, die vor 1980 gebaut und an den Aussenwänden nicht wärmetechnisch saniert wurden, ältere Häuser mit neuen Fenstern, Häuser mit Aussenwänden unter 35 cm Dicke und Häuser in unmittelbarer Nähe grösserer Gewässer. Hier lohnt es sich, die Empfehlungen besonders konsequent umzusetzen.

  • Beschlagene Fenster oder nasse Fensterrahmen
  • Deutlich wahrnehmbarer Schimmelgeruch – ein Zeichen für versteckten Schimmel
  • Dunkle Flecken in Aussenwandecken, hinter Möbeln oder an Fugen
  • Stockflecken oder eine Vorgeschichte mit Wasserschäden

Schimmel entdeckt

Was tun bei Schimmel? Die Einteilung des BAG

Immer zuerst die Ursache der Feuchtigkeit klären und beheben. Mieterinnen und Mieter melden Feuchtigkeit, Schimmel oder Stockflecken umgehend der Vermieterschaft oder Verwaltung – am besten mit Beschreibung oder Fotos per Einschreiben.

Quelle: BAG «Vorsicht Schimmel» (August 2023), Beurteilung der Schadenssituation in Wohn- und Aufenthaltsräumen
KategorieAusmassEmpfehlung
Kat. 0Oberflächliche Schimmelspuren bis 100 cm² (10 × 10 cm), an einer Stelle, nur in einem RaumKann man selbst wegwischen: auf glatten Flächen mit Wasser und Haushaltreiniger. Auf rauen Flächen nach Reinigen und Trocknen mit Javelwasser oder 70–80-prozentigem Ethylalkohol desinfizieren. Keinen Essig verwenden, Kunststoffhandschuhe tragen.
Kat. 1An einer Stelle, nur in einem Raum: bis 0.5 m² (70 × 70 cm) bei vereinzeltem Bewuchs oder bis 100 cm² bei dichtem BewuchsEigensanierung mit Vorsicht möglich, aus rechtlichen Gründen nur durch Eigentümerinnen und Eigentümer – nicht bei chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma oder geschwächtem Immunsystem. Alternativ durch einen Handwerksbetrieb fachgerecht entfernen lassen.
Kat. 2Grösserer oder dichterer Bewuchs, mehrere Stellen oder Hinweise auf einen grösseren SchadenKeine Eigensanierung: Fachleute für Bauschäden und Bauphysik bzw. eine fachgerechte Sanierung beiziehen.

Wichtig: Entfeuchtungsgeräte laut BAG keinesfalls vor der Schimmelbeseitigung in Betrieb nehmen. Kehrt Schimmel trotz Lüften und Heizen immer wieder, kann eine Fachperson für Bauschäden und Bauphysik weiterhelfen.

Wann eine Komfortlüftung sinnvoll ist

Eine mechanische Lüftung (Komfortlüftung) sorgt dafür, dass die Räume laufend genügend gelüftet sind, ohne dass jemand die Fenster öffnen muss. Gemäss BAG sind zum Beispiel alle Minergie-zertifizierten Wohnbauten damit ausgestattet. Die Fenster dürfen trotzdem geöffnet werden.

  • Wärmerückgewinnung: Die Wärme der Abluft wird auf die Zuluft übertragen; der Wirkungsgrad beträgt laut BAG üblicherweise über 80 %. Die kantonalen Energievorschriften verlangen bei lüftungstechnischen Anlagen eine Wärmerückgewinnung.
  • Filter: Feinstaub und Pollen können zurückgehalten werden, Aussenlärm stört beim Lüften nicht.
  • Kleine Wohnungen mit mehreren Personen: Hier ist der nötige Luftwechsel mit Fensterlüftung laut BAG unter Umständen nicht zu erreichen.
  • Nach dem Einbau dichter Fenster: Der Luftwechsel sinkt. Wird das nicht durch häufigeres Lüften ausgeglichen, kann an kühlen Wänden Schimmel entstehen – beim Sanierungskonzept den Luftwechsel mitplanen.

Entfeuchten: In feuchten Kellern können Entfeuchtungsgeräte helfen, zum Beispiel im Sommer nachts mit Zeitschalter. Bei Schimmel gilt: zuerst den Schimmel beseitigen, dann entfeuchten.

Leistungen

Planung, Baubewilligung, Montage, Wartung und Reparaturen – für alle Marken

Häufige Fragen

Fragen zum Lüften im Winter

Wie lange soll ich im Winter lüften?

In der Heizperiode mindestens 5 Minuten. An sehr kalten Tagen, bei Wind oder beim Querlüften genügen mindestens 3 Minuten – immer mit ganz geöffneten Fenstern.

Wie oft soll ich im Winter lüften?

Morgens, mittags und vor dem Zubettgehen die ganze Wohnung mit Durchzug lüften, dazu nach dem Kochen und Duschen sowie in Räumen, die lange oder von mehreren Personen genutzt werden.

Warum soll ich das Fenster im Winter nicht kippen?

Ein gekipptes Fenster tauscht die Luft nur langsam aus, verbraucht aber viel Heizenergie. Wände und Böden in Fensternähe kühlen aus und das Risiko für Kondenswasser und Schimmel steigt.

Welche Luftfeuchtigkeit ist im Winter richtig?

Das BAG empfiehlt 30 bis 50 % relative Luftfeuchtigkeit, in der Heizperiode nicht über 50 % und an sehr kalten Tagen nicht über 40 %.

Wie viel Abstand brauchen Möbel zur Aussenwand?

Mindestens 10 cm (BAG), EnergieSchweiz empfiehlt 10 bis 15 cm. Grosse Schränke besser nicht an kühle Aussenwände oder in Aussenwandecken stellen.

Was tun, wenn Schimmel auftaucht?

Zuerst die Ursache der Feuchtigkeit klären. Kleine Spuren bis 100 cm² an einer Stelle können Sie selbst entfernen. Grössere oder wiederkehrende Flächen gehören in die Hände von Fachleuten. Entfeuchtungsgeräte erst nach der Schimmelbeseitigung einsetzen.

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